Podologie oder Fußpflege



Was ist der Unterschied zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege?
Die Grenze zwischen kosmetischer und medizinischer Fußpflege wird dort gezogen, wo eine heilkundliche Tätigkeit beginnt:

  • Kosmetische Fußpflege ist die Ausübung der pflegerischen und dekorativen Maßnahmen am gesunden Fuß und wegen der zu erwerbenden Fachkenntnisse, die im Ausbildungsumfang des Kosmetiker-Gewerbes dafür vorgesehen sind als handwerksähnlich einzustufen.
  • Medizinische Fußpflege (Podologie) ist die präventive, therapeutische und rehabilitative Behandlung am gesunden, von Schädigungen bedrohten und bereits geschädigten Fuß und eine freiberufliche Tätigkeit.

Grunsätzlich gilt also: Immer dann, wenn die Tätigkeit nach allgemeiner Auffassung medizinische Fachkenntnisse vorausetzt und wenn die Behandlung - bei generalisierender und typisierender Betrachtung - gesundheitliche Schädigungen verursachen kann, darf sie nicht der kosmetische Fußpfleger, sondern nur der Podologe ausführen. Dies trifft z. B. zu für die fußpflegerische Behandlung von Diabetikern, für die Behandlung von Fußpilz und eingewachsenen Nägeln und auch für die Fuß-Reflexzonen-Massage.

Welche Voraussetzungen benötigt man, um die Erlaubnis zu erhalten?

  • Ausbildung und bestandene staatliche Prüfung
  • Zuverlässigkeit
  • Gesundheitliche Eignung zur Ausübung des Berufs

Welche Ausbildung ist gemeint?
Das Podologengesetz regelt in §§ 3 ff. die geplante Ausbildung. Sie soll in Vollzeitform zwei Jahre dauern, in Teilzeitform höchstens vier Jahre. Die Ausbildung soll befähigen, durch Anwendung geeigneter Verfahren nach den anerkannten Regeln der Hygiene allgemeine und spezielle fußpflegerische Maßnahmen selbständig auszuführen, pathologische Veränderungen oder Symptome von Erkrankungen am Fuß, die eine ärztliche Abklärung erfordern, zu erkennen, unter ärztlicher Anleitung oder auf ärztliche Veranlassung medizinisch indizierte podologische Behandlungen durchzuführen und damit bei der Prävention, Therapie und Rehabilitation von Fußerkrankungen mitzuwirken. Die Ausbildung wird mittels einer staatlichen Prüfung abgeschlossen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat im Benehmen mit dem Ministerium für Bildung und Forschung eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Podologinnen und Podologen (PodAPrV) erlassen (BGBl. Teil I S. 12 ff.).

Welche Behandlungsmethoden umfasst das Tätigkeitsfeld des Podologen?

Nagelbehandlungen richtiges Schneiden der Nägel, Behandlung eingerollter und eingewachsener Nägel von Nagelmykosen oder verdickten Nägeln
Hyperkeratosenbehandlungen Abtragen übermäßiger Hornhaut und Schwielen
Behandlung von Clavi und Verrucae Fachgerechtes Entfernen und Behandeln von Hühneraugen und Warzen
Druck- und Reibungsschutz Maßnahmen zur Entlastung schmerzhafter Stellen
Orthonyxie Anfertigung spezieller Nagelspangen bei eingewachsenen Nägeln
Orthesentechnik Anfertigen von langlebigen Druckentlastungen
Nagelprothetik künstlicher Nagelersatz
Fuß- und Unterschenkel-Massage als therapeutische Maßnahme oder zur Steigerung des Wohlbefindens
Allgemeine und individuelle Beratung  

 

Hühnerauge

 

Häufigste Ursachen sind dafür sind

Unpassendes Schuhwerk oder Strümpfe; Fehlstellung der Zehen und des Fußes, Narben; Druck und Reibung

Was Sie tun können

Bequeme und passendes Schuhwerk tragen; Hühneraugentropfen und –pflaster meiden, da sie die umliegenden Hautschichten angreifen und nicht den gewünschten Erfolg bringen

Vorbeugung

Bequeme Schuwerk tragen; regelmäßige Pflege der Füße; Fußgymnastik um die Muskulatur zu festigen und Fehlstellungen vorzubeugen; eine dauerhafte Entfernung der Hühneraugen ist nur möglich wenn die Ursache behoben wird!

 

Schrunde

griech.:Rhagade/lat.:Fissur

Gesunde Haut ist elastisch. Wird diese Dehnfähigkeit durch Trockenheit oder Mazeration der Haut beeinträchtigt, entstehen spaltförmige Einrisse.       

Die Verletzung kann bis ins Korium reichen, blütig

und bei Belastung sehr schmerzhaft sein.

Warzen

lat.: Verruca

Warzen entstehen durch eine Virusinfektion in der Oberhaut. Die Eintritsphorte für die Infektion ist grundsätzlich die Verletzung der Haut z.B. Trauma; Stoffwechselstörungen; feuchtes Milieu; Mazeration.